Ganz nah dran an den Stars

Davon träumt jeder Sport-Liebhaber: einmal den weltbesten Athleten einer Sportart die Hände schütteln, vielleicht sogar ein kurzes Fachgespräch führen und direkt an der Wettkampfstätte hautnah dabei zu sein. Für Steffen Donath aus Forst geht dieser Traum bald in Erfüllung. Er wird die Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 15.-23. August 2009 im Berliner Olympiastadion nicht vor dem heimischen Fernseher oder von den Zuschauerrängen im Stadion verfolgen, sondern direkt im Innenraum dieser imposanten Arena. Steffen Donath hat sich als Kampfrichter für diese WM qualifiziert und kommt im Kampfgericht für die Wettkämpfe im Speerwerfen, Hammerwerfen und Kugelstoßen zum Einsatz. Seine Aufgabe wird die Nullpunktfixierung im Wurfsektor sein, das heißt, jenen Ort anzufixieren, wo das jeweilige Wurfgerät zuerst gelandet ist. 

Seine erste Kampfrichterprüfung legte Steffen Donath als Schüler der 9. Klasse ab. Das war 1977. Seitdem nahm er an zahlreichen Leichtathletikveranstaltungen teil, angefangen von regionalen Sportfesten bis zu den großen Meetings wie das alljährliche German Meeting in Cottbus. Auch in Forst ist Steffen Donath bei den vielen Veranstaltungen des LTSV Forst 1990 anzutreffen, wo er als Hauptzeitnehmer für die korrekte Ermittlung der Endergebnisse verantwortlich ist. Und da sich auch die Leichtathletik ständig weiter entwickelt und neue Herausforderungen bereithält, hat sich Steffen Donath im Laufe der Jahre zum Schiedsrichter und Techniker für elektronische Zeit- und Weitenmesstechnik qualifiziert. „Mein Beruf kommt mir da sehr entgegen“, sagt Steffen Donath. Als Diplomlehrer für Mathematik, Physik und Informatik unterrichtet Steffen Donath seit 1996 am Oberstufenzentrum 1 in Forst die Schüler in den beruflich-technischen Bereichen. Seit 2007 ist er darüber hinaus auch Fachberater für die Mechatroniker-Ausbildung des Landes Brandenburg und Prüfer für die IHK Cottbus.

„Es ist nicht immer leicht, berufliche Verpflichtungen und ehrenamtliche Tätigkeit als Leichtathletik-Kampfrichter unter einen Hut zu kriegen“, sagt der Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder. „Besonders im Vorfeld der WM war es manchmal sehr stressig, um die Nominierungsvoraussetzungen zu erfüllen.“ 

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2008 im Berliner Olympiastadion gab es die erste Bewährungsprobe. An den Originalwettkampfstätten im Olympiastadion wurden die Leistungen der Kampf- und Schiedsrichter drei Tage lang von den Funktionären des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF gesichtet und bewertet. Im Februar 2009 wurde das mögliche WM-Kampfgericht, das insgesamt aus 13 Sportfreundinnen und Sportfreunden bestehen soll, erneut getestet. Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Düsseldorf wurden über zwei Tage die Besten im Speer- und Hammerwurf ermittelt. Bei beiden Großveranstaltungen hatte das Kampfgericht Gelegenheit, sich als Team zu finden, um im August bei der WM möglichst reibungslose Wettbewerbe durchführen zu können. Schließlich tragen auch die Kampfgerichte zum Gelingen einer Weltmeisterschaft bei.

Für die Erfüllung seines Traumes nimmt Steffen Donath gerne diese Strapazen auf sich. Und wenn im August 2009 die Sportwelt nach Berlin blickt und das viertgrößte Sportereignis der Welt verfolgt, wird auch ein Forster im Innenraum des Olympiastadions vor einem Riesen-Publikum seine Arbeit verrichten und vielleicht nach dem Wettkampf dem einen oder anderen millionenschwerem Athleten die Hand schütteln dürfen.

 

 

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