Stralsund - Mörderische Verfolgung
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Erstausstrahlung: 30. März 2009, 20.15 Uhr
Hauptkommissarin Susanne Winkler (Kirsten Block) verläßt nach einen Anruf schweigend die Dienststelle und fährt zu einem Bürogebäude, das einer Versicherung gehört. Niemand scheint zu arbeiten. Ehe Susanne Winkler herausfindet, warum niemand arbeitet, spürt sie eine Pistole in ihrem Nacken und wird in ein Großraumbüro gezerrt, wo die 6 gefesselten und geknebelten Mitarbeiter der Versicherung liegen. Auch Susanne Winkler wird gefesselt. Sie soll die Kontaktperson zu ihren Kollegen sein.
Winklers Kollegin Nina Petersen (Katharina Wackernagel), die mit einem völlig anderen Fall betraut ist, wird auf den Fall der Geiselnahme angesetzt. Zunächst gelingt es ihr auch, den Geiselnehmer zu überzeugen, den Geiseln nichts anzutun. Dieser fordert im Gegenzug die Freilassung seines Bruders aus dem Gefängnis und ein Lösegeld von 2 Millionen. Nina findet heraus, daß Michael Broder (Harald Schrott), der Bruder des Geiselnehmers, wegen Mordes einsitzt. Er hatte den Gutachter jener Versicherung erschossen. Broder weigert sich allerdings trotz Aussicht auf Hafterleichterungen, der Kommissarin zu helfen. Erst als er erfährt, daß auch Susanne Winkler zu den Geiseln gehört, lenkt er ein. Sie hatte damals den Fall Broder ermittelt und ihn hinter Gitter gebracht.
Inzwischen eskaliert die Situation im Bürogebäude. Wolf Broder (Alexander Scheer), der Geiselnehmer, wird langsam nervös und unberechenbar. Ständig neue Forderungen und Planänderungen stellen Nina und ihre Kollegen vor neue Herausforderungen. Den Beamten ist es mittlerweile gelungen, die Gespräche im Büro abzuhören. Die geforderte Lösegeldübergabe scheitert jedoch. Und scheinbar gibt es noch eine Komplizin im Büro.
Susanne Winkler kennt diese Person: es ist ihre ehemalige Geliebte Mona (Bernadette Heerwagen). Von ihr wurde Susanne in die Falle gelockt und erfährt nun die wahren Zusammenhänge ihrer Geiselnahme. Mona ist nämlich die Freundin von Michael Broder und hat sich nur an Susanne herangemacht, um Broder zu befreien.
Trotz oder gerade wegen dieser der Umstände versucht Susanne, Mona zu überreden, die Geiselnahme zu beenden, auch ihrer immer noch vorhandenen Liebe zu Mona wegen. Wolf beobachtet mißtrauisch die Vertrautheit zwischen Susanne und Mona. Es kommt zum Streit zwischen Mona und Wolf, in dessen Verlauf sich ein Schuß löst, der Susanne verletzt. Mona kann Wolf überzeugen, Susanne gegen Michael austauschen zu lassen, damit sie ärztlich versorgt werden kann. Der Austausch gelingt, doch er kommt für Susanne zu spät.
Nina macht sich Vorwürfe, ob ihre Verhandlungstaktik die richtige war und ob sie vielleicht das Leben ihrer Chefin hätte retten können. Als die Beamten das Gebäude stürmen, fehlt von den Geiselnehmern jede Spur. Nina sucht und findet in Susannes Unterlagen Hinweise zum möglichen Aufenthaltsort der Geiselnehmer. Dort angekommen, gerät auch sie in die Gewalt der Gangster...
Den Autoren Martin Eigler (gleichzeitig Regisseur) und Sven Poser gelang ein spannender Thriller mit ständig wechselnden Handlungsabläufen. Kaum glaubt man, alles würde sich zum Guten wenden, nimmt die Handlung einen völlig anderen Verlauf. Der Zuschauer glaubt zwar zu wissen, was als nächstes passiert und wird dann doch überrascht, weil es eben nicht so kommt wie erwartet. Bis zum Schluß weiß man nicht, ob es ein Happy End gibt oder nicht. Das macht einen guten Thriller aus.
Kirsten Block hat die undankbare Rolle, die meiste Zeit an einen Stuhl gefesselt zu sein. So kann sie praktisch nicht in die Handlung eingreifen und muß tatenlos zusehen, was um sie herum geschieht. Den Nachteil, als Schauspielerin in einem Film nicht so richtig agieren zu können nutzt sie jedoch famos aus und konzentriert sich stattdessen auf ihre Mimik. So läßt sich allein in ihrem Gesicht ablesen, wie es in ihr arbeitet. Besonders die Szene, als sie mit Mona über ihre Liebe spricht, bleibt länger im Gedächtnis haften. Glückerlicherweise findet Kirsten Block gerade in dieser Szene in Bernadette Heerwagen eine ebenbürtige Partnerin, die ebenfalls einen inneren Kampf auszutragen hat, nämlich auf wessen Seite sie sich schlagen soll. So ganz ist die Liebe von Susanne und Mona noch nicht verloschen....
Harald Schrott und Alexander Scheer geben ein ganz passables Gangsterduo ab, wobei gerade Harald Schrott zunächst beim Zuschauer Sympathiepunkte sammelt, als er die Taten seines Bruders ablehnt. Doch sein ganzes Äußeres, angefangen vom “Dschingis Khan” - Look bis zu seinen rachsüchtigen Blicken lassen erahnen, daß die Sympathiewerte im weiteren Verlauf der Handlung gegen Null tendieren werden.
Katharina Wackernagel muß in ihrer Rolle zeigen, wie sich eine Kommissarin wandelt, die zunächst nur scheinbar leichte Fälle bearbeitet und plötzlich Verantwortung für das Leben von 7 Geiseln übernehmen muß. Hinzu kommen Kompetenzstreitigkeiten mit dem Einsatzleiter des SEK und einem zögernden Gesamteinsatzleiter (Janek Rieke). Auch ihre Nina muß mit sich kämpfen, um die richtige Entscheidung zu treffen, wieviele Kompromisse eingegangen werden dürfen. Daß Nina am Ende auf eigene Faust handelt, ist wohl eher dazu gedacht, die Spannung noch etwas anzuheben.
"Stralsund - Mörderische Verfolgung" hält, was der Titel verspricht und beweist, daß man auch ohne große Spezialeffekte und atemberaubende Stunts den Zuschauer vor der Flimmerkiste halten kann. Man muß nur eine schon 1000fach erzählte Geschichte mit richtig guten Schauspielern besetzen und ihnen Zeit lassen, ihre Rollen voll ausspielen zu können. Regisseur Martin Eigler hatte den Mut und wird dafür mit einem sehenswerten Endprodukt belohnt, genau wie der Zuschauer mit nur einem Film für viele andere miserable Filme entschädigt wird!

Hauptkommissarin Winkler (Kirsten Block) wurde als Geisel genommen. Der Gangster (Alexander Scheer) geht dabei nicht zimperlich mit ihr um.

Die Stralsunder Hauptkommissarin Winkler (Kirsten Block, l.) und Lisa Becker (Bernadette Heerwagen) kennen sich von früher.

Die junge Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) muss die Verhandlungen bei einer Geiselnahme führen. Der Kollege Lüdke (Christoph Hohmann, l.) und Techniker Stein (Andreas Schröders) unterstützen sie dabei. Ihr Partner Prinz (Janek Rieke, stehend) starrt gebannt auf den Monitor.

Der aus der Haft freigepresste Broder (Harald Schrott, m.) wird von Stefan Prinz (Janek Rieke, l.) zum Übergabeort gebracht. Nina Petersen (Katharina Wackernagel, r.) ist mißtrauisch.
Alle Bilder: © ZDF/Georges Pauly (Quelle: ZDF)
Filmkritik veröffentlicht:
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Die Rollen und ihre Darsteller: |
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Nina Petersen: |
Katharina Wackernagel |
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Stefan Prinz: |
Janek Rieke |
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Susanne Winkler: |
Kirsten Block |
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Lisa Becker (Mona): |
Bernadette Heerwagen |
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Wolf Broder: |
Alexander Scheer |
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Micha Broder: |
Harald Schrott |
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Norbert Rahn: |
Thomas Wüpper |
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Stein: |
Andreas Schröders |
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Lüdge: |
Christoph Homann |
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Frau Becker: |
Claudia Rieschel |
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Stab |
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Buch: |
Martin Eigler, Sven Poser |
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Regie: |
Martin Eigler |
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Kamera |
Christoph Chassée |
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Musik: |
Oliver Kranz |
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Redaktion: |
Martin R. Neumann |



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